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2.2.3 Lage der Konverter des GISS

Ein Konverter ist ein Programm oder eine Programmkomponente, die Daten von einem Datenformat in ein anderes übersetzt. Ein Datenformat ist eine Formale Sprache, die durch eine Grammatik generiert oder analysiert werden kann. Insofern ist ein Konverter auch ein Compiler. (vgl.[H&U94] u.[ASU89])
Die Gesamtheit derjenigen Konverter, die einen Datenaustausch mit anderen Programmen ermöglichen, deren Quelle oder Senke also in einem für andere Programme zugänglichen Speicherbereich (Arbeitsspeicher oder Dateisystem) liegen, bildet die Datenschnittstelle. Konverter der Datenschnittstelle können je nach der Übersetzungsrichtung unterschieden werden als Import- und Export-Konverter. Diese Unterscheidung gewinnt an Bedeutung, wenn die von einem Programm angebotenen Import-Datenformate nicht die gleichen sind wie die Export-Datenformate, wie es bei Programmen eher die Regel als die Ausnahme ist.
In den folgenden Abbildungen wird zunächst vom Vorliegen eines GIS und eines Simulationssystems ausgegangen.
Die Bezeichnungen GIS bzw. SimS sind weggelassen. Dies bedeutet, daß der Datenfluß in der jeweils gezeigten Variante auch mit vertauschten Rollen organisiert sein kann.
In Abb. 11 ist der Idealfall dargestellt: Die vorhandenen und zu nutzenden Datenformate sind kompatibel, die Konverter der Datenschnittstellen also ausreichend.

Abb. 11: Datenaustausch über vorhandene Konverter

Nicht immer reichen die verfügbaren Datenformate aus, so daß neue Konverter erstellt werden müssen. Die Konverter können dann mit einer der Programmierschnittstellen oder mit beiden implementiert werden.


Abb. 12

Abb. 13

Der zu Abb. 13 symmetrische Fall, also Implementation eines Exportkonverters in der Programmierschnittstelle und Nutzung eines vorhandenen Importkonverters, ist nicht abgebildet.
Abb. 14 zeigt einen weiteren Konverter als eigenständiges Programm. Auch hierzu gäbe es die vier mit den vorangegangenen drei Abbildungen illustrierten Varianten. Lediglich diese Variante soll besonders betont werden: Ein Konverter als eigenständiges Programm ist dann notwendig bzw. sinnvoll, wenn einerseits keine Programmierschnittstellen vorhanden bzw. nicht zur Konvertererstellung geeignet sind und daher die vorhandenen Konverter genutzt werden müssen, andererseits die zu nutzenden Konverter auch nicht kompatibel sind.

Abb. 14


Wie oben bereits erwähnt, ist in den letzten Abbildungen zunächst vom Vorliegen eines GIS und eines Simulationssystems ausgegangen worden.

Insofern betrifft die Darlegung gleichermaßen die lose wie die enge Kopplung. In etwas abgewandelter Form stellt sich die Situation dar, wenn kein Simulationssystem, sondern nur ein einzelnes Simulationsmodell betrachtet wird. Ein Simulationsmodell als eigenständiges Programm wird im allgemeinen nicht über eine Auswahl von Konvertern verfügen, möglicherweise sogar über gar keine. Ist es bereits implementiert, so ist seine Programmierschnittstelle (sofern es überhaupt eine besitzt) möglicherweise nicht zugänglich. Für die Konverteranordnung kommt dann die in Abb. 14 illustrierte Variante in Frage.
Für den Fall einzubettender Simulationsmodelle ist die Frage der Konverteranordnung unkritisch. Verfügt das GIS über eine Programmierschnittstelle, so besteht guter Grund zu der Annahme, daß mit dieser Programmierschnittstelle auch auf die Daten des GIS in geeigneter Form zugegriffen werden kann.


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