Ein Konverter ist ein Programm oder eine Programmkomponente, die
Daten von einem Datenformat in ein anderes übersetzt. Ein
Datenformat ist eine Formale Sprache, die durch eine
Grammatik generiert oder analysiert werden kann. Insofern ist ein
Konverter auch ein Compiler. (vgl.[H&U94] u.[ASU89])
Die Gesamtheit derjenigen Konverter, die einen Datenaustausch mit anderen
Programmen ermöglichen, deren Quelle oder Senke also in einem für
andere Programme zugänglichen Speicherbereich (Arbeitsspeicher oder
Dateisystem) liegen, bildet die Datenschnittstelle. Konverter der
Datenschnittstelle können je nach der Übersetzungsrichtung
unterschieden werden als Import- und Export-Konverter. Diese Unterscheidung
gewinnt an Bedeutung, wenn die von einem Programm angebotenen
Import-Datenformate nicht die gleichen sind wie die Export-Datenformate, wie es
bei Programmen eher die Regel als die Ausnahme ist.
In den folgenden Abbildungen wird zunächst vom Vorliegen eines GIS und
eines Simulationssystems ausgegangen.
Die Bezeichnungen GIS bzw. SimS sind weggelassen. Dies bedeutet, daß der
Datenfluß in der jeweils gezeigten Variante auch mit vertauschten Rollen
organisiert sein kann.
In Abb. 11 ist der Idealfall dargestellt: Die vorhandenen und zu nutzenden
Datenformate sind kompatibel, die Konverter der Datenschnittstellen also
ausreichend.
Nicht immer reichen die verfügbaren Datenformate aus, so daß neue Konverter erstellt werden müssen. Die Konverter können dann mit einer der Programmierschnittstellen oder mit beiden implementiert werden.


Der zu Abb. 13 symmetrische Fall, also Implementation eines Exportkonverters
in der Programmierschnittstelle und Nutzung eines vorhandenen Importkonverters,
ist nicht abgebildet.
Abb. 14 zeigt einen weiteren Konverter als eigenständiges Programm. Auch
hierzu gäbe es die vier mit den vorangegangenen drei Abbildungen
illustrierten Varianten. Lediglich diese Variante soll besonders betont werden:
Ein Konverter als eigenständiges Programm ist dann notwendig bzw.
sinnvoll, wenn einerseits keine Programmierschnittstellen vorhanden bzw. nicht
zur Konvertererstellung geeignet sind und daher die vorhandenen Konverter
genutzt werden müssen, andererseits die zu nutzenden Konverter auch nicht
kompatibel sind.

Wie oben bereits erwähnt, ist in den letzten Abbildungen zunächst vom
Vorliegen eines GIS und eines Simulationssystems ausgegangen worden.
Insofern betrifft die Darlegung gleichermaßen die lose wie die enge
Kopplung. In etwas abgewandelter Form stellt sich die Situation dar, wenn kein
Simulationssystem, sondern nur ein einzelnes Simulationsmodell betrachtet wird.
Ein Simulationsmodell als eigenständiges Programm wird im allgemeinen
nicht über eine Auswahl von Konvertern verfügen, möglicherweise
sogar über gar keine. Ist es bereits implementiert, so ist seine
Programmierschnittstelle (sofern es überhaupt eine besitzt)
möglicherweise nicht zugänglich. Für die Konverteranordnung
kommt dann die in Abb. 14 illustrierte Variante in Frage.
Für den Fall einzubettender Simulationsmodelle ist die Frage der
Konverteranordnung unkritisch. Verfügt das GIS über eine
Programmierschnittstelle, so besteht guter Grund zu der Annahme, daß mit
dieser Programmierschnittstelle auch auf die Daten des GIS in geeigneter Form
zugegriffen werden kann.