KEMP bemängelt die grundsätzliche Inkompatibilität von
mathematischen Modellen und GIS-Datenmodellen aufgrund mangelnder
Raumkontinuität in GIS-Datenmodellen:
"[...] the mathematical model and the data models used to organize the spatial
data in the GIS are generally incompatible. While many hydrological and other
environmental models are based on theories that assume continuity, current GIS
data models can only represent continuous phenomena in a variety of discrete
data models."
Diese Gedanken sind zwar im allgemeinen richtig, jedoch nicht zutreffend wenn
1. ein Simulationsmodell Eingabedaten aus dem GIS bezieht, die Zwischenwerte in
der benötigten Auflösung interpoliert, intern alle Zustandsfolgen mit
raumkontinuierlichen Modellen berechnet und die Daten in diskretisierter Form
wieder an das GIS ausgibt,
2. ein Modell von vornherein raumdiskret arbeitet, wie etwa zelluläre
Automaten,
3. ausschließlich raumdiskret gut approximierbare Eingabedaten
benötigt werden, zu denen viele von Menschen geschaffene Objekte
zählen, etwa Straßen, Gebäude und Fahrzeuge[8].
Schwierig hingegen wird es bei natürlichen Phänomenen, die
raumkontinuierlich sind, zum Beispiel Temperatur, Niederschlag,
Geländehöhe. Für sie muß eine Konvertierung der Daten aus
dem GIS-Datenmodell zum Simulationsmodell Bestandteil des Modells sein und
dementsprechend mit validiert werden, so daß die in 1. geschilderte
Situation eintritt.
[8] Es könnte eingewendet werden, daß Fahrzeuge durch ihre Bewegung mit der Zeit einen raumkontinuierlich anderen Ort einnehmen. In jeder Momentaufnahme ist jedoch festlegbar, wo ein Fahrzeug ist und wo nicht. Die Diskretisierung findet vielmehr in der Zeit statt.