Raumbezug wird in GIS über geographische Koordinaten hergestellt.
Lediglich im lokalen Bereich kann die Krümmung der Erdoberfläche
vernachlässigt werden. Je größer der betrachtete Ausschnitt
wird, desto größer wird die Abweichung von der Ebene.
Simulationsmodelle, die auf ebenem bzw. orthogonal dreidimensionalem Raum
beruhen, müssen diesen Umstand berücksichtigen. Raumbezogene
Berechnungen müssen dabei berücksichtigen, daß es
unterschiedliche Projektionsarten gibt: winkeltreue, flächentreue und
längentreue Projektionen. Sie sind für unterschiedliche Zwecke
geeignet:
* Flächentreue Projektionen sind für Anwendungen geeignet, die mit
Flächen rechnen.
* Längentreue Projektionen erhalten die Distanzen, was im Verkehrsbereich
von Bedeutung ist.
* Winkeltreue Projektionen stellen Linien mit konstanter Ausrichtung als Gerade
dar. Sie sind im Bereich der Navigation wichtig.
(vgl.[G&M95], S.10f)
Je nachdem, was in Simulationsmodellen berechnet wird, sind unterschiedliche
Projektionen zu verwenden, unter Umständen sind in ein und demselben
Modell für unterschiedliche Teilberechnungen die Daten auf
unterschiedliche Weise zu projezieren. In kleinräumigen Anwendungen spielt
die Projektion jedoch eine untergeordnete Rolle.
Die Projektion ist auch im Bereich der Visualisierung von Simulationsdaten von
Bedeutung. Wird etwa eine Verteilung von Schadstoffen als Ergebnis einer
Partikelsimulation durch einzelne Punkte visualisiert, so muß für
eine großräumige Darstellung eine flächentreue Projektion
verwendet werden. Ansonsten würden die Partikel in Polnähe trotz
gleicher Dichte über einem konstant großen Flächenstück
weniger dicht beieinander dargestellt und dadurch bei der BetrachterIn den
Eindruck erwecken, daß die Konzentration dort nicht so hoch sei, wie in
Äquatornähe.