
Die Anforderungen an ein GIS beziehen sich im wesentlichen auf die im Abschnitt
Kompatibilität von Simulationsmodellen und GIS-Datenmodellen
(S. 39) genannten Bedingungen für Kompatibilität. Es ist zu
prüfen, ob Kompatibilität in Bezug auf die Endlichkeit,
Dimensionalität und Stetigkeit des Raums sowie Projektion zwischen
Simulationsmodell und verfügbaren Datenmodellen bereits vorliegen.
Läßt sich kein passendes GIS-Datenmodell finden, so bleibt nur die
Möglichkeit, das Simulationsmodell zu modifizieren.
Zur Orientierung, welche GIS-Datenmodelle benötigt werden, sollen einige
für die Kopplung mit Simulationsmodellen verwendeten GIS-Datenmodelle
erwähnt werden. Die benötigten GIS-Datenmodelle sind
schwerpunktmäßig abhängig vom Anwendungsgebiet des
Simulationsmodells und daher nach diesem Kriterium sortiert aufgeführt.
In der Hydrologie werden vor allem rasterbasierte
GIS-Datenmodelle benötigt, und zwar sowohl
* 2D bzw. 2,5D:
" hillslope erosion model" in[D&G93];
"timing of flow and accumulation of water" in[MFH93];
* als auch 3D:
Bodenverseuchung mit Schadstoffen in[Fre94] und[KGS93].
Jedoch auch vektorbasierte GIS-Datenmodelle werden verwendet, etwa
für
* Flußnetzwerke wie in[Gil95] und[BSV93] und
* Polygonmodelle in[WWW96],
ferner hybride GIS-Datenmodelle für
* einen Flußlauf mit dem Modell WATER in[Koo97] und
* Grundwassermodelle in[Fed93].
Im Bereich Verkehr werden überwiegend vektorbasierte
GIS-Datenmodelle angewandt, und zwar insbesondere Netzwerke auf der Grundlage
von Linienmodellen (vgl.[Gro93],[Sch93],[H&H95] und[Qui93])
Im Bereich Mobilfunktelefonnetzplanung geht es um die optimale
Standortwahl für Funkfeststationen, die eine flächendeckende
Versorgung bei ausreichender Dienstgüte gewährleisten sollen.
Primär benötigt wird ein rasterbasiertes 2,5-D-Raum GIS-Datenmodell
mit hohen Anforderungen an exakte Höhendaten, insbesondere in der
Mikrofunkzellenplanung (vgl.[Krä95]).