Mit Hilfe von Experimentspezifikationen wird der Ablauf von
Simulationsexperimenten gesteuert. Diese Experimentspezifikationen werden in
der Mobile-Script-Language (MSL) abgefaßt. Die
Mobile-Script-Machine (MSM) führt diese Experimentspezifikationen
aus.
Gemäß der Baukastenmetapher bestehen Simulationsexperimente
aus Bausteinen. Bausteine sind Objekte, die in die Klassen
Datenquelle (Generator), Datensenke (Recorder),
Auswertungsmethode (Evaluator) und Simulationsmodell
(Simulator) sowie Simulationsexperimente eingeteilt sind. Zur
Dokumentation und Experimenterstellung dient die graphische Notation der
Mobile-Script-Language, die Graphical Mobile-Script-Language (GMSL). Die
Experimenterstellung wird unterstützt durch einen graphischen Editor, den
GMSL-Editor (s.[Kri97]). Die erstellte GMSL-Notation muß zur
Ausführung in die textuelle MSL-Notation überführt werden.
Zur Veranschaulichung ist hier die graphische Notation kurz wiedergegeben (vgl.
[M&M96b], [HPM+96]), eine Beschreibung der textuellen Notation ist in
[M&M96a],[MMH+97],[Müg96] zu finden.

Bausteine sind entweder atomar oder ihrerseits wieder aus anderen
Bausteinen zusammengesetzt. Zusammengesetzte Bausteine heißen komplexe
Bausteine. So kann eine Hierarchie von Simulationsmodellen entstehen.
Einige der exogenen Variablen eines Teilmodells werden - bei der
Verknüpfung von Teilmodellen zu komplexen Modellen - zu endogenen
Variablen (vgl.[HPM+96], S. 13).
Simulationsexperimente sind grundsätzlich komplex, da sie
mindestens ein Simulationsmodell enthalten.
Auch Simulationsexperimente können Hierarchien bilden. Ein
Simulationsexperiment, das mindestens ein weiteres Simulationsexperiment
enthält, heißt höheres Simulationsexperiment, ansonsten
elementares Simulationsexperiment. Ein elementares Simulationsexperiment
ist in Abb. 19 dargestellt.

Auch die Bausteine Datenquelle und Datensenke sind Instanzen, die von Klassen abgeleitet werden müssen und die Instantiierungsdaten benötigen. Da sie beim Entwurf mittels des GMSL-Editors von voreingestellten Standardklassen abgeleitet werden können, ist auch hier die Graphik aus Gründen der Übersichtlichkeit vereinfacht und muß gedanklich entsprechend erweitert werden.