Für die Realisierung einer exemplarischen Kopplung zwischen einem
Geographischen Informationssystem und Simulationsmodellen habe ich die im
vorangegangenen Abschnitt konzipierte Schnittstelle zwischen dem GIS ArcView
und dem MOBILE-Kernsystem implementiert.
Die eingesetzten Systemkomponenten sind:
* ein Apple Macintosh PowerPC 8100/100
* das Betriebssystems MacOS D1-7.6
* das GIS ArcView in der im gleichnamigen Kapitel genannten Version mit seiner
integrierten Programmiersprache Avenue
* die Programmiersprache Java und seines Laufzeitsystems Java Virtual
Machine , hier in der von Apple hergestellten Variante Macintosh Runtime
for Java Software Development Kit 2.0 early access 6 (MRJ-SDK 2.0ea6). Sie
ist kompatibel zum von Sun hergestellten Java Developers Kit (JDK) 1.1.3.
* Alpha als Texteditor zum Erstellen von Quellcode auf dem Macintosh
* Fetch 3.0 zum Transfer von Dateien zwischen Macintosh und Sun
* NCSA-Telnet 2.6
*
* eine SPARCstation 4
* das Betriebssystem Solaris 2.5 und 2.6
* die von SunSoft hergestellte JDK 1.1.4 für Solaris
* der Java Compiler Compiler (JavaCC) Version 0.61
* das in Java mit JDK 1.1.4 implementierte MOBILE-Kernsystem
* das zur JDK gehörende Werkzeug JavaDoc zur automatischen Erstellung der
Dokumentation des Java-Programmcodes aus speziellen Kommentaren
* den HTML-Browser Netscape Communicator, Version > 3.0 zum Sichten der
Dokumentation
* xemacs als Texteditor zum Erstellen von Quellcode auf der Sun
Die Schnittstelle wurde, auch wenn sie nur auf dem Macintosh abläuft,
plattformübergreifend entwickelt. Der Hauptgrund dafür besteht in der
zu Anfang bestehenden nur unzulänglich auf dem Macintosh verfügbaren
JDK-Version. Der zweite besteht in der Beschränkung des Dateisystems von
MacOS, nur 31 Zeichen lange Namen verwalten zu können. Da auch noch 6
Zeichen für ".class" verwendet werden, stehen letztlich nur 26
Zeichen zur Verfügung, die schnell überschritten sind. Längere
Dateinamen werden insbesondere an zwei Punkten benötigt:
1. Aussagekräftige Bezeichner verlangen leicht mehr als das, insbesondere
Exceptions, die als stille Konvention die Endung "Exception" mit im Namen
führen.
2. Die von Javadoc automatisch erzeugte Dokumentation erzeugt Namen für
die HTML-Dateien durch Konkatenation der package-- und Klassennamen
sowie ".html".
Die ausschließliche Entwicklung auf Macintosh/MacOS ist dadurch
verhindert. Die ausschließliche Entwicklung auf Sun/Solaris hingegen ist
dadurch ausgeschlossen, daß die Kommunikation auf dem Macintosh den
Einsatz von AppleEvents und Apple-Scripts erfordert (siehe nächsten
Abschnitt), die nicht ausreichend durch Suns JDK unterstützt werden, so
daß die nur auf Macintosh funktionierende MRJ verwendet werden muß.
Die folgende Abbildung veranschaulicht den Vorgang der
plattformübergreifenden Entwicklung, die durch diese Beschränkungen
notwendig wird.

Um auf Sun entwickelte Java-Klassen auch auf dem Mac verfügbar zu haben, müssen die Klassen unter Umgehung der Beschränkung der Dateinamenslänge in einer Datei mit einem besonderen, für den Java-Compiler geeigneten Dateiformat zusammengefaßt werden. Dazu dient das Werkzeug jar, welches Bestandteil des JDK ist. Eine weitere Beschreibung der Programmierung mit Java auf dem Macintosh steht in[Hup97]